Was kann man aus der japanischen Atomkatastrophe lernen?

Die Fakten

dürften bekannt sein. Ein unerwartet starkes Erdbeben löste einen Tsunami aus, der unter anderem mindestens drei Atomstandorte getroffen und dermaßen beschädigt hat, dass mehrere Reaktoren nicht mehr ausreichend gekühlt werden können. Aus zwei Reaktoren wurde „kontrolliert“ Druck in Form von radioaktivem Gas abgelassen, einer der beiden ist trotzdem explodiert wobei die äußere Umhüllung weggerissen wurde. Dass auch die innere Umhüllung des Reaktors beschädigt wurde, ist anzunehmen, wurde aber dementiert. Eine Notkühlung erfolgt inzwischen mit Meerwasser.

sind die Verstrahlung von Menschen und Umwelt.

Die Berichterstattung kreist vor allem um die Frage, ob es zum Super-GAU kommt und was dies bedeuten würde. Journalisten beklagen die Informationspolitik der Regierung, Experten erteilen ziemlich widersprüchliche, meist aber sehr besorgniserregende Auskünfte über den anzunehmenden Sachstand. Außerdem wurde in Deutschland die Debatte über die Nutzung der Kernenergie neu losgetreten, was die Regierung wegen deren tagesaktueller Laufzeitverlängerungsbeschlüsse in Erklärungsnot bringt.
Ohne mit Details aufwarten zu können: Sicher ist, dass um Fukushima genau das passiert, was einen atomaren GAU kennzeichnet. Radioaktivität entweicht in einem Ausmaß, dass Leben Gesundheit von Menschen anders als im ebenfalls strahlungsemittierenden Normalbetrieb nicht nur langfristig, sondern akut bedroht. Wenn dem Zerplatzen einer Reaktorkuppel durch das „freiwillige“ Herauslassen radioaktiver Gase zuvorgekommen wird und ein Reaktor seine Kühlflüssigkeit in einem Maße verliert, dass Meerwasser für den Ersatz herhalten muss, ist die Frage nicht mehr, ob Menschheit und Umwelt verseucht werden, sondern welche Teile davon und wie stark. Fest steht dies bei mindestens 160 Menschen, der Region und großen Teilen des Pazifik. Das Wetter entscheidet über das genaue Schicksal der im weiteren Umkreis lebenden Menschen.

Das Restrisiko ist real,

In Deutschland stehen zumindest alte und neue Kernkraftgegner und ob deren Masse auch die Politik erkennbar unter dem Realitätsschock einer atomaren Katastrophe in einem westlichen Industrieland. Diesmal ist es kein Feindstaat, dessen Desaster einem die schlechte Meinung bestätigen kann, die man sowieso über ihn hat. Japan ist der Inbegriff eines Hochtechnologielandes, dem Leichtfertigkeit keiner vorwerfen möchte. Wenn Japan so etwas passieren kann, dann auch uns. Diesem Schluss verwehren sich eigentlich nur Vertreter der Atomindustrie. So unerwartet heftig die Gesamtsituation in Japan auch aussehen mag: Anscheinend wird manchem erst im Angesicht einer solchen Katastrophe klar, was genau gemeint ist, wenn Atomfunktionäre und Politiker von einem kalkulierbaren „Restrisiko“ sprechen. In Japan zählten über einer acht auf der Richterskala liegende Erdbeben schlicht und einfach dazu.

und wird doch eingegangen.

Dass den schwarzen, gelben, roten und auch grünen Entscheidungsträgern der Energiepolitik dieses Restrisiko bekannt ist, beweisen u.a. ständige Nachbesserungen an den Sicherheitssystemen und existierende Notfall- und Evakuierungspläne. Sich atomskeptisch gebende Politiker geben das direkt zu. Wenn Merkel versichert, die deutschen Kraftwerke seien sicher, man werde aber nochmal nachschauen, ist auch alles Nötige gesagt. Interessant ist, dass man ein solches Risiko für den Strombedarf der von einem Ernstfall betroffenen Leute sicher nicht einzugehen braucht. Kein vernünftiger Mensch würde unter den technisch möglichen Mitteln ausgerechnet eines auswählen, dass ihn im besten Fall langsam, im schlimmsten akut verstrahlt, um sich mit benötigtem Strom zu versorgen. Das tut auch niemand, denn diese Entscheidung fällen Regierende, die damit erklärtermaßen Ziele wie „Energiesicherheit“ und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft verfolgen. Nur als nationales Konkurrenzmittel macht Atomkraft Sinn.

Das ist Wahnsinn,

Ein aktuell interviewter Greenpeace-Experte betonte auf Ntv, man warne die Regierungen von Atomstaaten seit Jahrzehnten vor solchen Gefahren. Der Einsatz der Atomtechnologie sei ein Wahnsinn.
Dieser Mann spricht stellvertretend für eine ganze gesellschaftliche Bewegung, die wirklich unüberhörbar war und ist. Natürlich hat er Recht: Das Risiko großflächiger Verstrahlungen und deren Folgen einzugehen, ist Wahnsinn. (Ebenso wie die Schaffung eines unentsorgbaren Atommüllbergs) Und doch stellt dieser Mann sich ebenso stellvertretend für eine ganze gesellschaftliche Bewegung offensichtlich nicht die Frage, warum dieser Wahnsinn betrieben wird.

mit Methode.

Irgendwie scheint die Anti-Atombewegung doch an Leichtfertigkeit zu glauben, ohne sich von dem offensichtlichen Wissen der Macher der Atompolitik um deren Risiken irritieren zu lassen. Man nimmt die Bereitschaft von Regierungen verschiedener Couleur, den deutschen Atomstaat gegen breiten gesellschaftlichen Widerstand durchzuknüppeln, zur Kenntnis und reagiert darauf wahlweise mit trotzigem Heroismus oder mit Anpassungsbereitschaft.

Es gibt demokratische Alternativen,

Rot-Grüne Politiker weisen jetzt darauf hin, dass die Schwarz-Gelbe Regierung den Atomausstieg gekippt habe. Umweltminister Röttgen verteidigte sich gestern zu Recht mit der Aussage, Schwarz-Gelb habe an der Rot-Grünen Politik nichts Qualitatives verändert. Statt zwanzig Jahren gibt es neuerdings dreißig Jahre „Restlaufzeit“ für die „Brückentechnologie“ Atomkraft.

die nichts taugen.

Gelogen ist allerdings bei Rot-Grünen wie bei Röttgen, dass es sich dabei um Fristen für einen Ausstieg handele. Es handelt sich vielmehr um Bestandsgarantien. Der angebliche Ausstieg ging als Konsens mit der Atomindustrie, weil die damit schon bei Rot-Grün gut bedient war. Alternativen zu AKWs sind auch für Regierung attraktiv. Schließlich macht Atomkraft einer kapitalistischen Wirtschaftsnation auch mancherlei Probleme. Der japanische GAU dürfte nationale Ressourcen auf lange Zeit ganz erheblich beeinträchtigen. In geringerem Maße trifft das auch auf die Nebenwirkungen des deutschen Normalbetriebs zu (Asse, Krümmel).
Über solche nationalen Fragen wird nicht per Wahl entschieden, am wenigsten bei dieser Größenordnung. Atomgegner können die Grünen wählen, AKWs können sie damit nicht abschalten. Schließlich kennen alle demokratischen Parteien noch einige andere Entscheidungskriterien als die Verstrahlungsgefahr für ihre Bürger und schalten dann ab, wenn SIE das für richtig halten.

Was also kann man aus der japanischen Atomkatastrophe lernen?

Dass kapitalistischen Konkurrenznationen das „Restrisiko“ eines Super-GAUs die Sache wert ist, solange es ihren Zwecken dient, ist keine Neuigkeit. Anschaulich wird aber, was ein moderner, kapitalistischer und demokratischer Staat seinen Einwohnern zuzumuten bereit ist. Man ist versucht, für die Betroffenen zu beten. Wenn es denn helfen würde.

Nachtrag:

Literaturhinweise

Der historische Beschluss zum „Ausstieg aus der Atomenergie“ (GSP 3/2000)

Vortragsmitschnitt „Atomenergie: Waffe in der imperialistischen Staatenkonkurrenz“


17 Antworten auf „Was kann man aus der japanischen Atomkatastrophe lernen?“


  1. 1 _nobody 14. März 2011 um 9:34 Uhr

    Über solche nationale Fragen wird nicht per Wahl entschieden, am wenigsten bei dieser Größenordnung. Atomgegner können die Grünen wählen, AKWs können sie damit nicht abschalten. Schließlich kennen alle demokratischen Parteien noch einige andere Entscheidungskriterien als die Verstrahlungsgefahr für ihre Bürger und schalten dann ab, wenn SIE das für richtig halten.

    Das ist Unsinn. Gerade weil Atomkraft ein national umstrittener Zweck ist, kann man zwischen Alternativen des Umgangs damit wählen. Man wählt nicht das Gleiche, wenn man sich für Grüne oder CDU in dieser Frage entscheidet. Sicher sind es immernoch Kriterien der nationalen Konkurrenz, zwischen denen man sich da entscheidet – aber in ihrer Wirkung auf einen sind sie eben nicht gleich.

    Widerlich an Deinem Beitrag ist, dass Du Dein bescheuertes Widerstandssüppchen an einer Frage köchelst, in der eine Änderung der gesellschaftlichen Zwecke nicht als Antwort auf die Frage der Schädigung durch Verstrahlung zur Verfügung steht. Vergessen hast Du also zu erwähnen, dass es absolut keinen Sinn macht zum GegenStandpunkt zu gehen, wenn man nicht vertsrahlt werden möchte, sondern dazu muss man, so unbefriedigend das auch ist, sich für die natiopnale Alternative im Umgang mit der Atomkraft einsetzen, die die Kraftwerke vom Netz nehmen will. Der GAU in Japan wird die Kalkulationen der nationalen Politik mit der Kernkraft zur Disposition stellen – und jetzt muss man schauen, dass man in dem dann stattfindenen Machtkampf um den Umgang mit der Atomkraft die Seite unterstützt, die die Dinger möglichst bald vom Netz nimmt. Auch grün wählen ist da etwas, das man tun sollte.

  2. 2 Administrator 14. März 2011 um 17:55 Uhr

    @ nobody

    Der Atomkompromiss war ganz offensichtlich offen für Verlängerungen und hat keine Regierung auf irgendwas verpflichtet. Verpflichtend ist bei beiden Versionen nur die „Restlaufzeit“.
    Erklär du doch mal, wie du eine gewählte Regierung auf einen Atomausstieg verpflichten willst. Das wäre interessanter als deine Ausfälle.

  3. 3 _nobody 15. März 2011 um 8:48 Uhr

    @Administrator

    Korrigierte Fassung (vorheriger Beitrag kann gelöscht werden)

    Zu Deiner Frage: In welchem Verhältnis stehen denn die politischen Programme, mit denen um die Herrschaft konkurriert wird zum Inhalt der Regierung? Das sind doch die Inhalte, mit denen die Konkurrenten um die Macht gegeneinander antreten und die sie auch umsetzen wollen, weshalb die Frage, wie man eine Regierung verpflichten wolle völlig daneben ist, weil sie so tut, als wären Wahlinhalte bloßer Betrug. Was zur Wahl steht sind nationale Alternativen und von denen ist man manchmal eben (wie z.B. im Fall Atomenergie) unterschiedich betroffen. In solchen Fällen macht es Sinn sich an den politischen Alternativen zu beteiligen (zu Abstimmungen zu gehen, auch mal zu demonstrieren etc..)

    Weiter: Was meinst Du denn, warum es einen Atomkompromiss gegeben hat? Auch nur, weil die Wähler ruhig gestellt werden sollten und sie hinsichtlich ihres Anliegens (Abschaltung) getäuscht werden sollten? Auch das ist falsch! Der Atomkompromiss ist das Ergebnis dessen, wie Ausstieg als nationales Energiekonzept zu machen ist. Grüne und SPD haben also das Anliegen der Verhinderung von Verstrahlung in eine nationale Energiealternative übersetzt und zu der gehört auch eine Verlängerungsoption, nämlich dann, wenn die Energieunabhängigkeit oder sonstige nationale Energieziele mit alternativen Energieen noch nicht sichergestellt werden können. Dieses Energiekonzept ist immer auch eine Frage der Ressourcen, die dafür zur Verfügung gestellt werden sollen, der Prioritäten, die in der Politik gelten – und da treten Grüne und CDU mit unterschiedlichen Prioritätenlisten gegeneinander an und (ich wiederhole mich) es macht in dem Fall Sinn sich im eigenen Interesse für eine der Prioritätenlisten zu entscheiden (z.B. bei Wahlen)

  4. 4 Administrator 15. März 2011 um 15:22 Uhr

    Der Witz an Programmen, mit denen um die Herrschaft konkurriert wird ist doch, dass das Regierungshandeln davon nicht abhängig gemacht wird. Als Wähler weiß man das. Man wählt Herrschaftspersonal und ermächtigt es zum freien Entscheiden. Das hat mit Betrug nichts zu tun.

    Dass ein Atomausstieg nicht wählbar ist, ist von den Grünen hinreichend bewiesen worden. Wenn das schon vergessen worden ist, kann ich nur auf den oben verlinkten Artikel verweisen.

    Wenn du dein Interesse in 20 Jahren Restlaufzeit mit allen nur denkbaren Verlängerungsoptionen (auch noch verbunden mit der Zusicherung, keine zu hohen Sicherheitsanforderungen zu stellen) gut vertreten siehst, kann man dir nur viel Spaß beim Ausüben des Wahlrechts wünschen.

  5. 5 _nobody 15. März 2011 um 16:07 Uhr

    Der Witz an Programmen, mit denen um die Herrschaft konkurriert wird ist doch, dass das Regierungshandeln davon nicht abhängig gemacht wird. Als Wähler weiß man das. Man wählt Herrschaftspersonal und ermächtigt es zum freien Entscheiden. Das hat mit Betrug nichts zu tun.

    Das ist völlig verkehrt. Die CDU hat beispielsweise die Laufzeitverlängerung in ihr Wahlprogramm hineingeschrieben und hat sie danach beschlossen! Das konnte man also vorher wissen und sich entsprechend verhalten.
    Du argumentierst wieder von der verkehrten Idee herunter die Regierung aufirgendwas verpflichten zu wollen. Das braucht man bezüglich der Sachen, die sie in ihr Wahlprogramm schreiben aber überhaupt nicht, weil das, was da steht das ist, was sie politisch wollen.
    Wahlprogramme sind eben kein Wahlbetrug, ein paar Seifenblasen, die man den Wählern vorführt, damit man gewählt wird, sondern das sind politische Alternativen zu nationalen Fragen von Belang. Oft gibt es die nicht und dann versuchen Parteien den Schein von Unterschieden zu erzeugen – bzgl. Kernkraft gab es den Unterschied bisher aber sehr wohl. Unter den Parteien bestand Einigkeit darin sich langfristig von der Kernkraft zu trennen. Uneins sind sie sich aber in der Frage, wie schnell sie sich davon verabschieden wollen.
    Man wählt eben nicht nur ein Herrschaftspersonal, sondern Leute, die mit staatspolitischen Alternativen antreten, um sie umzusetzen. Dafür wollen die Herrschaftspersonal sein. Dass man nicht von Wählern verpflichtet werden kann bedeutet nicht, dass man politisch nichts will.

    Dass ein Atomausstieg nicht wählbar ist, ist von den Grünen hinreichend bewiesen worden. Wenn das schon vergessen worden ist, kann ich nur auf den oben verlinkten Artikel verweisen.

    Das ist auch völliger Quatsch. Man muss mal zur Kenntnis nehmen, was Ausstieg für die, die sich darauf berufen heißt. Wenn man sofortige Abschaltung meint, dann kann man das freilich nicht wählen, weil das keine nationale Alternative ist (weil nationale Zielsetzungen wie Energiesicherheit damit nicht erfüllt werden). Umgekehrt ist das, was Rot-Grün beschlossen hat schon eine Art Ausstieg (besser: Laufzeitfestlegung) – nämlich einer, der alle nationalen Vorgaben in Sachen Energie perspektivisch ohne Kernkraft zu erfüllen versucht. Daher kommt die Vorstellung der Kernkraft als Brückentechnologie

    Wenn du dein Interesse in 20 Jahren Restlaufzeit mit allen nur denkbaren Verlängerungsoptionen (auch noch verbunden mit der Zusicherung, keine zu hohen Sicherheitsanforderungen zu stellen) gut vertreten siehst, kann man dir nur viel Spaß beim Ausüben des Wahlrechts wünschen.

    Ja, wenn es Dir egal ist, ob das AKW in Deiner Nähe noch 2 oder noch 10 Jahre läuft, dann kann man Dich für Deine Ignoranz nur bedauern.
    Das ist das, was ich oben gemeint habe: Die Strahlenschädigung der Leute ist Dir scheißegal, das sieht man an obigem Statement. Du versuchst das, was da stattfindet für den GSP Quatsch zu instrumentalisieren. Es gibt nichts dagegen zu sagen die Interessenlage bei der Kernenergie zu erklären und sie auch zu kritisieren. Falsch ist es aber daraus abzuleiten, Möglichkeiten, die man hat darauf Einfluss zu nehmen nicht wahrzunehmen. Darauf hinzuweisen nennen solche Zyniker wie Du dann „ausfällig werden“. Nochmal: Der GSP hilft nicht gegen Verstrahlung, deshalb sollte er einfach die Fresse halten, wenn Leute praktisch etwas dagegen unternehmen.

  6. 6 Administrator 15. März 2011 um 17:08 Uhr

    Hä? Wieso soll mir das egal sein? Wo hab ich was gegen Möglichkeiten zur Einflussnahme gesagt? Was soll überhaupt diese Instrumentalisierung des Themas zur Verunglimpfung von Leuten, die den GSP kennen und schätzen?

    Halt selber die Klappe, sonst mache ich hier praktische Nützlichkeit gegen Strahlung zum Maßstab der Kommentarzulassung.

  7. 7 Administrator 15. März 2011 um 18:27 Uhr

    @ nobody
    Die Behauptung, die Leute wären mir egal, ist doch ärgerlich. Auf sowas kommt man auch nur durch Vorsatz, die Scheiße geht schließlich fast jedem nahe.
    Irgendwo hörts auf, also verpiss dich von meinem Blog.

  8. 8 Name 16. März 2011 um 10:31 Uhr

    „Der … hilft nicht gegen Verstrahlung, deshalb sollte er einfach die Fresse halten, wenn Leute praktisch etwas dagegen unternehmen.“

    Das Maulkorbargument des Denunzianten _nobody: Es dürften nur die Leute Kritik üben, die unmittelbar etwas an der Verstrahlung ändern könnten (das wären eigentlich AKW-Betreiber und Regierung) – und die, die wenigstens so tun, als ob sie Änderungen herbeiführen könnten. Selbst antikommunistischen Hetzern wie _nobody ist nämlich ihre Ohnmacht gegenüber hoheitlicher Verstrahlung bewusst. Nur deswegen kommen Regierungsberater wie er auf den Allgemeinplatz „etwas dagegen unternehmen“. Gleichzeitig soll man _nobody also eine Opposition gegenüber AKWs abnehmen UND die Notwendigkeit, sich dafür in die herrschende Politökonomie (virtuell) einzumischen, die AKWs als unverrückbares Restrisiko hervorbringt.

  9. 9 Administrator 16. März 2011 um 14:48 Uhr

    Bei gelöschten Kommentaren nicht böse sein, ich bitte bloß darum, diese auf Inhaltliches (Korrekturen und Ergänzungen) zu beschränken. Das gibt sonst so zerfledderte Endlosdiskussionen, ich mache einfach mal von den Moderationsmöglichkeiten Gebrauch.

  10. 10 Neoprene 19. März 2011 um 14:16 Uhr

    Wenn ich, wie hier beim Kommentator nobody, darauf hinweise, daß solche Argumente wie von ihm auch schon früher vorgebracht wurden, und zwar auf anderen Blogs mit anderen Pseudonamen, dann sollte das in der Tat was Inhaltliches sein. Ich gebe zu, nicht zum Inhalt des ursprünglichen Artikels hier (was den Administrator zur Löschung des Kommentars veranlaßt hat), sondern zum politischen Inhalt der von nobody vorgebrachten Positionen. Das scheint mir schon deshalb nicht unangemessen zu sein, weil ja auch in der Frage der Stellung zur Atompolitik man recht schnell bei sehr grundsätzlichen politischen Fragen landet. Jedenfalls die meisten Menschen. Und ich darf doch wohl auch unterstellen, der oder die hiesigen Blogverantwortlichen, die ja doch recht wichtig/richtig mit der grundsätzlichen Frage losgelegt haben: „Was kann man aus der japanischen Atomkatastrophe lernen?“

    (Böse bin ich übrigens nicht, bloß eben bekanntermaßen jemand, der eher „zerfledderte Endlosdiskussionen“ zuläßt, als daß ich jemand abwürge. Ich bin ja um jede Popeldiskussion froh, die es überhaupt gibt, denn sowas macht ja praktisch niemand mehr)

  11. 11 Administrator 19. März 2011 um 22:59 Uhr

    Weil mein Umgang mit Kommentaren offenbar Unwillen ausgelöst hat: Die Person „Nobody“ halte ich für uninteressant. Die Diskussion mit dieser Type habe ich abgebrochen, weil ich seinen Anwurf (ungewöhnlicherweise) durchaus persönlich genommen habe.
    Anders sieht es mit seinen Argumenten aus. Inhaltlich sind Name und ich ja auch auf ihn eingegangen und wenn ihn interessieren sollte, was weiter zu seinen Einwänden zu sagen ist, soll er sie halt bringen.
    Die Kalkulationen mit der Kernenergie sind schon ein ziemlicher Hammer. Ich denke, dass es dazu allgemein und aktuell eine Menge zu sagen gibt und habe da auch selbst offene Fragen. Warum z.b. eine Menge Machthaber in Fukushima einen Anlass sehen, ihre Abwägungen zwischen Sicherheitsvorschriften und Konkurrenzfähigkeit von Atomkapitalen zu überprüfen, können auch meine im aktuellen Beitrag daraus gezogenen Schlussfolgerungen nicht erklären.
    Fragen, Einwände oder Erklärungen werden hier also nicht zensiert, sondern begrüßt. Damit das klar ist.

  12. 12 Name 20. März 2011 um 19:46 Uhr

    „Abwägungen zwischen Sicherheitsvorschriften und Konkurrenzfähigkeit“

    Du sagst doch selbst, dass die ihrem Volk (bzw. ihren Angestellten) von Haus aus jede Menge zumuten. Die „Risikoabwägung“ hat daher auch in deren Kopf zwei Seiten, sonst wäre es keine Zumutung. Die Grenzen für eine notwendige Verstrahlung z.B. ergänzen den Konkurrenzgesichtspunkt um das Kriterium der Volksgesundheit: Was nützt das rentabelste AKW, wenn kein Lebender/Gesunder es bedienen kann? Die Konkurrenzfähigkeit sowohl der AKW-Betreiber alsauch Japans gibt es nicht getrennt von Land und Leuten, die sie hervorbringen sollen – also sind bei einem Misserfolg Überprüfungen nötig?

  13. 13 Administrator 20. März 2011 um 22:10 Uhr

    So ähnlich hab ichs mir auch schon gedacht – allerdings ist ein Misserfolg in Japan beim besten Willen kein Indiz für Fehlkalulationen in Dland oder anderswo. Wo sehen die da den Zusammenhang? Die wissen doch, dass so etwas passieren kann – wie können die da einen Schreck und Angst um ihren Standort kriegen? Reaktorsicherheit hat immer einen besonderen Stellenwert, die Angst um ihren Standort hatten die vorher also auch schon.

  14. 14 Name 20. März 2011 um 23:34 Uhr

    Alles recht, nur ist die ehemalige Ideologie des „sauberen und ungefährlichen“ Stroms nicht mehr ganz so brauchbar, auch wenn sie hundertmal sagen, in D sei alles anders. Dass AKWs gleich mehrfach und ohne das berühmte „menschliche Versagen“ von einem Erdbeben hochgehen (können), wissen jetzt alle – also macht Merkel schnell ein Moratorium. Dass ein paar Jahre Verlängerung von Laufzeiten mehr oder weniger nichts am Standort ändern, stimmt schon, aber das besorgte „Angst und Schrecken“ von Politikern kommentieren die selbst (auf beiden Seiten) als „Wahlkampfgetöber“. Dass die Merkel alles abschalten will, hab ich noch nicht gehört.

  15. 15 bigmouth 21. März 2011 um 12:57 Uhr

    leute, CDU und co. müssen gewählt werden, das erklärt ihren kurswechsel. ich verstehe nicht, warum ihr da so ein rätsel draus macht

  16. 16 Administrator 21. März 2011 um 21:24 Uhr

    Weil die das auch in China machen. Und in Amiland, wo die das um gewählt zu werden echt nicht nötig haben.

  1. 1 Scharfe Kritik Trackback am 18. März 2011 um 20:57 Uhr
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